Ein weiteres Dilemma scheint die Tatsache zu sein, dass die Radiostationen
sich nur noch ausschliesslich auf das Spielen von Chart-Songs beschränken
und den Major Labeln daher ein wichtiges Marketing Medium fehlt.
Gründe dafür sind nach einem Artikel des oben genannten
Verbandes die Finanzierungsquelle der privaten Radiostationen, die
den Hörer möglichst lange am Programm halten wollen, damit
Werbebotschaften plaziert werden können. Und dies kann am Besten
mit Songs geschehen, die möglichst viele Menschen gerne hören:
Diese Entwicklung ist sehr schade, denn so findet man auf dem Radio
FFN Powerstation Sampler aus dem Jahre 1990 folgende Sätze:
Ja, das war leider einmal. Heute dudelt der beste rock & pop
von gestern, heute und morgen ...
Die Schuldigen für die Krise sind also gefunden. Und wie möchte
man sie meistern ? Einerseits wird versucht das Kopieren über
Kopierschutzmaßnahmen auf CDs zu beschränken sowie Nutzer
von Tauschbörsen erfolgreich auf Schadenersatz zu verklagen.
Andererseits wird aktiv auf die Radiostationen zu gegangen und in
Form von unabhängigen Maklern versucht, seine Musik zu platzieren
[4]. Darüber hinaus werden in den USA bereits von Universal
Versuche mit preislich erniedrigten CDs durchgeführt und BMG
plant in Deutschland verschiedene Varianten einer CD, die sich preislich
unterscheiden und als "Antipiraterie CD" gelten sollen
[5]. Des Weiteren werden Online Portale gegründet, worüber
der Absatzkanal Internet erschlossen werden soll. Und so langsam
geben die Majors, die ca. 70% des Gesamtmarktes ausmachen, zu, dass
sie einige wichtige Trends der letzen Jahre verschlafen haben.
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Ich halte
dagegen
Für mich ist die Krise der Musikindustrie zum größten
Teil selbstverschuldet. Dies möchte ich nun darlegen und
noch einen technischen Aspekt mit einbringen, der aufdeckt, dass
ein Käufer teilweise aus technischer Sicht ein mangelhaftes
Produkt erhält ! Meine Argumentation erfolgt gänzlich
aus der Sicht eines enttäuschten Konsumenten, der wieder
gerne mehr abwechslungsreiche Programme im Musik TV und Radio,
günstigere CDs sowie eine größere Auswahl an Musik
CDs in den Läden finden möchte, insbesondere solche,
die technisch einwandfrei aufgenommen wurden.
1. Zielgruppenanalyse und Wertigkeit einer CD
Recht häufig habe ich den Eindruck, dass ich als Ü30-jähriger
von dem angesprochenen Industriezweig vernachlässigt werde.
Im Musik TV laufen fast nur belanglose Sendungen, die mich überhaupt
nicht berühren. Und so wundert es auch gar nicht, dass die
Musiksender selber ihre Hauptzielgruppe bis Anfang 20 definieren.
Wie das Programm der Musiksender, so richten sich auch viele CDs
explizit an jüngere Käuferschichten. Welche erwachsene
Person wird z.B. schon für eine gecastete Boygroup schwärmen
? Gewiefte Marketingstrategen habe Ende der 80er Jahre das enorme
Kaufpotenzial der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
entdeckt und für sich erschlossen. Allerdings ist dieses
Potenzial nicht unbegrenzt und konkurriert bei dieser Zielgruppe
mit anderen Bereichen. Der Geldbeutel ist eben knapp und da diese
Zielgruppe neben der Musikindustrie von vielen Bereichen umworben
wird (z.B. Mode, Handys, Spielekonsolen), sind Ausweichmöglichgkeiten,
um an das gewünschte Produkt heranzukommen, willkommen. Wer
sich die Original CDs nicht leisten kann, brennt sie sich eben
oder lädt sich die Songs aus dem Netz heraus. Ich will darauf
hinaus, dass die von der Musikindustrie hauptsächlich anvisierte
Zielgruppe nur ein begrenztes Kaufpotenzial besitzt und Ausweichmaßnahmen
von vornherein einkalkuliert werden müssen.
Ein weiterer Faktor ist die Wertigkeit einer CD. Für die
Aufschlüsselung des Kaufpreises schaue man bei Savemusic
nach [6]. Danch kostet die Herstellung einer CD lediglich einen
Euro so frage ich mich, warum die CDs lieblos in iher Verpackung
gestaltet, häufig noch nicht einmal Texte vorhanden sind
und das Booklet kaum aus mehr als 2 Seiten besteht ??? Der Hauptbestandteil
der Wertigkeit ist die Musik an sich, allerdings weisen viele
Gruppen in der heutigen Musiklandschaft keine Eigenständigkeit
mehr auf. Hat eine Gruppe oder ein Act Erfolg, wird der Stil massenhaft
kopiert und damit der Musikmarkt überschwemmt. So wird der
Sound schnell langweilig. Mit anderen Worten: die Musik ist schnelllebig,
ein Produkt, das schnell ins Ohr geht, aber dort über eine
Saison hinaus kaum bleiben wird. Es verkommt zur Massenware, die
der Kunde auch noch teuer bezahlt ! Womit ich wieder beim Thema
bin, denn Musik, die keine hohen Wert besitzt, wird gebrannt und
aus dem Netz gezogen.
Für den Aufbau von Künstlern besteht in diesem schnelllebigen
Markt kein Geld zur Verfügung. Erst kürzlich habe ich
in einem Interview mit Tony Banks - Keyborder von Genesis seit
der ersten Stunde an - gelesen, dass sie erst ab dem 6. Album
ihrer Plattenfirma Geld einbrachten. Und das wohlgemerkt in den
70er Jahren. Ich spekuliere: was wäre die Musiklandschaft
ohne Genesis und den daraus hervorgegangene Einzelkünstlern
wie Peter Gabriel, Phil Collins, Tony Banks und Michael Rutherford
geworden ?
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2. Risiko und das Formen von Produkten über Marketingmaßnahmen
Es darf keineswegs verschwiegen werden, dass die Produktion von
Musik mit einem hohen Risiko behaftet ist. So entstehen einerseits
hohe Kosten für Herstellung, Vertrieb und Promotion, andererseits
steht es in den Sternen, wieviel letztendlich verkauft wird. Daher
ist die Musikindustrie wie fast jede Industrie daran interessiert
zu erfahren, was der Konsument denn wünscht, um es ihm zu
servieren. Im Marketing-Fachjargon nennt man so etwas Pull-Markt
(ziehen), da die Nachfrage vom Konsumenten ausgeht. Kann man die
Nachfrage ungefär einschätzen, können sehr viel
besser die Kosten kalkuliert werden. Die Meinungen und Geschmäcker
zu treffen ist nach wie vor äußerst schwer und so bedient
sich die große Musikmaschinerie anderen Maßnahmen:
Sie schaut, was denn so ankommen könnte und pusht ihre Favoriten
mit immenser Marketingunterstützung. Somit finden wir keinen
Pull-, sondern einen Push-Markt vor (hineindrücken). Da trifft
es sich gut, dass die Zielgruppe häufig noch keine gefestigten
Musikgeschmack besitzt, sie auf jeden Fall noch beeinflussbar
ist ! Jene Acts, die einen reißenden Absatz garantieren,
erhalten super bezahlte Verträge (Robbie Williams z.B.) und
die anderen werden zu solchen gemacht bzw. werden Künstler
über Knebelverträge im Verdienst niedrig gehalten [7].
Schnell ne Gruppe zusammen casten und ihnen für die ersten
Jahre keine tollen Verträge unter die Nase reiben ... dazu
ordentlich die Werbetrommel rühren und mit geballter Kraft
des gesamten Medienkonzerns den Act in den Markt drücken.
Auch diese rosigen Zeiten sind vorbei, weil die TV Sender nicht
einsehen, warum sie den Major Labels etwas vom Kuchen abgeben
sollen und machen die Verträge mit den gecasteten Acts gleich
selber.
Insgesamt zeigt sich, dass die musikalische Vielfalt drastisch
eingeschränkt ist/wird. Radiosender spielen häufig nur
noch das, was Ihnen von den Majors über Mittelsmänner
vorgesetzt wird und verdienen daran teilweise nicht schlecht.
Nur: den besten Rock & Pop von gestern und heute (=Mainstream/Charts)
wollen viele nicht mehr hören. Musik TV Sender schränken
die Videovielfalt ein, weil sie nun für Videos, die man vorher
fast kostenlos senden konnte, bezahlen müssen und generell
Produktionen in der Breite für die Majors zu teuer geworden
sind. Da haben wir wieder das Argument mit dem Risiko. Und anstelle
schöner Videos werden wir stattdessen mit Quizschows und
banalem Teeni Geblubber beschallt ... Dabei geht es auch anders:
die ehemalige Viva Sendung "Housefrau", wo einfach Club
Platten zu abgedrehten Bildern liefen. DJs stellten hier das Neueste
vor. Oder 2 Stunden reinste Independet Musik auf MTV. Der Name
der Sendung ist mir leider entfallen. Warum geht so etwas heute
nicht mehr ?
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3. Aus der Sicht eines Konsumenten
16 oder 17 € durchschnittlich für eine einzelne CD
sind aus meiner Sicht einfach zu teuer. Auch die spröde Angebots-
und Nachfragetheorie der Betriebswirtschaftslehre zeigt, dass
wenn mit dem Preis herunter gegangen wird, mehr abgesetzt werden
kann. Fraglich ist es, inwieweit dies vom Markt angenommen würde
und ob es die Major Labels überhaupt können, weil ihre
Kostenstruktur vielleicht zu hoch ist.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Vertrieb. Ein Kunde möchte
ausgiebig in eine CD hineinhören können, um die Kaufentscheidung
zu treffen. Geräte, die einem 30sec aus einem Stück
kredenzen, sind da wenig hilfreich, genauso wenig wie Maßnahmen
an CD Spielern, so dass nicht vor- und zurückgespult werden
kann. Schick sind natürlich solche Geschäfte, wo ganz
ausgiebig gehört werden kann. Nur leider begibt es sich dort,
dass die Auswahl sehr zu wünschen übrig lässt und
bestellte CDs meist gekauft werden müssen.
Insgesamt werden dem Konsumenten, viele Steine in den Weg gelegt,
die ihm den Spass am Kauf einer CD vermiesen. Kein Wunder also,
wenn er versucht diese zu umgehen ... und sich das von der Industrie
ihm angepriesen Objekt der Begierde anders beschafft.
Des Weiteren hat die CD mit der DVD auch ein Konkurrenzprodukt
bekommen. Wird über den Umsatzrückgang bei CDs geweint,
sollten im gleichen Zuge die Umsatzgewinne aus dem DVD Geschäft
gegen gerechnet werden. Medienkonzerne bestehen i.d.R. nicht nur
aus einer Musiksparte, sondern aus vielen weiteren Bereichen.
Kurios ist doch innerhalb eines Konzerns wie Sony das Brennen
zu verteufeln und Brenner mit einer Strafsteuer belegen zu wollen,
aber gleichzeitig solche Geräte des Teufels nebst Rohlingen
selber herzustellen und zu vertreiben. Gerade hier machen sich
die Medienkonzerne lächerlich.
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4. Möglicher Ausweg, meine eigene subjektive Sichtweise
Das Bisherige auf den Punkt gebracht: die Musikindustrie verhält
sich wie eine Katze, die sich andauernd in ihren Schwanz beisst.
Die großen Medienkonzerne haben einen günstigen Vertriebsweg,
das Internet, vollkommen verschlafen und dann zudem als rechtsfreien
Raum für Musikpiraten abgestempelt. Dabei verstehe ich nicht,
warum es nicht möglich ist, alle Songs kostenlos als Download
in minderer Qualität zur Verfügung zu stellen ? Zu Hause
könnte so ausgiebig gehört werden und bei Gefallen wird
ein Kauf getätigt. So halte ich es zumindest, denn wenn mir
Musik gefällt, soll der Künstler dafür auch seinen
Obulus erhalten ! Aber was wird stattdessen von den Majors gemacht
? Sie versuchen alles, um die Märkte weiterhin zu kontrollieren
(Push Strategie) und belegen die CDs mit einem Kopierschutz, so
dass CDs in vielen Geräten nicht mehr abspielbar sind. Ferner
sind alle "Sauger" kriminell, egal ob sie nur einmal
reinhören wollten, weil sie dazu sonst keine Chance hätten
oder sich im kindlichen Alter befinden. Mutet irgendwie paradox
an, wenn Produkte sich an Personen richten und bei ihnen die Nachfrage
massiv stimuliert wird, aber dieser Personenkreis nicht die Kohle
besitzt, um sich alles kaufen zu können. Jaja, Katze und
Schwanz sag ich nur ... Und gerade die Independent Labels machen
es anders herum, denn sie sehen das Netz un die Tauschbörsen
als eine sehr billige Werbetrommel, weil sich "gute Musik"
immer verkaufen lässt.
Für mich sieht das nach einem verängstigten Saurier
aus, der wild um sich schlägt. Er sollte in diesem Zustand
wahrnehmen, dass er zunehmend mehr Kunden verliert und er dies
zum Großteil weiterhin selbst verschuldet, denn wer meint,
Märkte uneingeschränkt beeinflussen zu wollen, muss
damit leben, wenn genau dies schief geht ! Man sieht keine Musik
mehr in den Verkaufsflächen ausliegen, sondern lieblose Produkte,
die reinste Massenware sind. Man hat den Eindruck, bei den Majors
sitzen mehr Marketingstrategen in schnieken Nadelstreifenanzügen
als Musikliebhaber, denen es in erster Linier um das vielfältige
Angebot guter Musik geht. Dass es auch anders geht, zeigen die
vielen kleinen Independent Labels, die pfiffiger auf den Markt
agieren. Ferner besagt eine unabhängige Studie eines Harvard
Professors über das Verhalten von Tauschbörsen Usern,
dass dies keineswegs zu Umsatzeinbussen führt, sondern das
Gegenteil eintritt. Leider ist mir der Link abhanden gekommen
...
(nur der Vollständigkeit halber: ich glaube kaum, dass sich
der Onlinevertrieb von Musik für z.B. 99 Cent pro Song durchsetzten
wird. Nicht nur dass die Qualität nicht einer CD gleicht,
rechnet man Strom-, Rohling- und Internetkosten dagegen und bezieht
ein fehlendes Booklet mit in die Berechnung ein, ist dies ein
teurer Spass, der in keinem Verhältnis zum "normalen"
Kauf einer CD steht).
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5. Das Unterjubeln von
Klanglich miserablen CDs
Ein Aspekt liegt mir besonders am Herzen, der bei obigem Thema
immer mitschwingt, jedoch evtl. nicht ganz einfach nachzuvollziehen
ist. Und dieser betrifft die Klangqualität einer CD und ferner
ihrer Abspielgeräte. Ich werde mich versuchen möglichst
verständlich auszudrücken, auch wenn ich um einige technische
Feinheiten nicht herumkommen werde. Erst kürzlich ist mir
dieser
link in die Hände gefallen, der die folgende Problematik
genauer ausleuchtet als ich es hier tun werde. Vielmehr möchte
ich hier in deutsch und hoffentlich halbwegs verständlich
diese Problematik und mein Anliegen schildern:
Unser Ohr ist ein sehr sensibles Organ und nimmt laute Musik
gegenüber leiser als angenehmer wahr. Mit dieser Erkenntnis
wundert es nicht, dass dies von der Musikindustrie ausgenutzt
wird. Musik wird heute teilweise sehr viel über technisch
minderwertige Musikanlagen und Lautsprecher gehört. Musikalische
Feinheiten fallen dann mehr oder weniger nicht ins Gewicht und
da ein Song im Monoküchenradio wie auch im Videoclip flashen
soll, versucht man ihn möglichst "laut" zu produzieren,
denn: lautere Musik wird bekanntlich als angenehmer (=auch besser)
wahrgenommen.
Mir als Kind der 80er Jahre wurde die CD gegenüber der Platte
mit der verbesserten Klangqualität schmackhaft gemacht -
vor allem für Klassische Musik eigne sie sich besonders ...
Warum ? Eine CD weist gegenüber einer Platte eine höhere
Dynamik auf. Eine CD hat als Höchstwert 96 db (=Dezibel,
Einheit für Laustärke, nähere
Erläuterung am Ende der Seite) und eine Platte rangiert
von der technisch möglichen Dynamik bei ungefähr 50
bis 60 db. Dynamik kann verschieden interpretiert werden. In der
Musik bedeutet sie allgemein keine statische Spielweise von Instrumenten.
Z.B. Noten betonen, mal lauter, mal leiser ein Instrument spielen,
Pausen einlegen usw. . Technisch gesehen
wird darunter die Spanne zwischen der leisesten Stelle (z.B. Null)
und der lautesten verstanden (z.B. 96 db bei einer CD). So steht
bei einer CD für Musik, die eine hohe Dynamik aufweist (Klassik
!), technisch gesehen mehr Ausdrucksmöglichkeit bei der Aufnahme
und deren Abspielen zur Verfügung als bei der Platte. Ich
möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies technische
Werte sind, die in der Praxis kaum ausgereizt werden, denn so
müssen sehr leise Passagen z.B. mit der Umgebungslautstärke
konkurrieren, weswegen die Dynamik eingeschränkt wird: Würde
man die Lautstärke am Abspielgerät bei einer Aufnahme
mit maximaler Dynamik so laut aufdrehen bis die leisen Passagen
die Umgebungslautstärke übertrumpfen, würden einem
die lauten mit Sicherheit dann die Nachbarn an die Tür holen.
So, nun mischen wir unser Gehör mit dem Segen der Digitaltechnik
und dem Marketing der Major Labels ... Bingo ! Die Möglichkeiten
einer CD bzgl. ihrer Dynamik wird bewusst eingeschränkt,
damit sie möglichst laut und "besser" im Vergleich
zu weniger in ihrer Dynamik eingeschränkten CDs klingt. Das
geht teilweise soweit, dass dadurch massiv die Klanqualität
von Songs leidet, was für mich als Besitzer von besserem
HiFi Equipment ein weiteres Argument gegen einen Kauf ist. Kennzeichen:
der Klang scheppert oder ist verzerrt, wenn solche CDs lauter
abgespielt werden und wer ein Level Meter sein Eigen nennt, sieht
meist eine "stehende" Anzeige. Fatal ist, dass gerade
jüngere Generationen mit einem solchen Sound aufgewachsen
sind und CDs, deren Dynamik intakt ist, nicht mehr kennen.
Nun geht's ins Eingemachte: wer wollte sich nicht schon einmal
einen Sampler zusammen stellen und hat sich darüber geärgert,
dass die Lautstärken einzelner Songs sehr unterschiedlich
sind ? Das liegt einerseits an der Aufnahme selber, andererseits
an - ich nenne es - inneren Lautsärke eines Songs. Ersteres
kann i.d.R. durch sogenanntes "normalisieren" beseitigt
werden, denn einige Aufnahmen sind nicht bis zum maximal möglichen
ausgesteuert. Dies ist häufig bei älteren CDs der Fall,
die keinem remastering unterzogen wurden.
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5.1 Normalisierung
Normalisieren bedeutet nichts anderes, als dass die lauteste
Stelle (=Peak) eines Songs gemessen wird. Und der Song wird dann
insgesamt um die Differenz vom Peak bis zur maximalen Lautstärke
(Angabe meist als 0 db) hochgerechnet. Bsp.: Peak liegt bei -2
db. Normalisieren auf die maximale Lautstärke (0 db) bringt
einen Lautstärkegewinn von 2 db ! In der Betrachtung einzelner
Songs und insbesondere bei Samplern kann dies ein probates Mitte
des Lautstärkeangleichssein, allerdings macht man sich bei
Alben damit die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen
Songs untereinander kaputt, so dass evtl. die Atmosphäre
eines Albums dadurch verloren geht.
5.2 Limiter und Kompressoren
Eigentlich müssten ja auf das Maximum normalisierte Songs
gleich laut sein - sind sie aber nicht. Und das liegt an der inneren
Lautstärke. Und hier kommt wieder unser Gehör und die
Dynamik ins Spiel. So wird über Kompressoren und Limiter
die Dynamik bewusst vermindert, sodass unser Gehör solche
Songs subjektiv als lauter und damit besser wahrnimmt. Unser Gehör
orientiert sich an der durchschnittlichen Lautstärke und
nicht an einzelnen Pegelspitzen (Peaks). Daher wird versucht die
Durchschnittslautstärke möglichst hoch zu wählen.
In Anlehung an die Seite "loudnessrace"
wird eine Durchschnittslautstärke (RMS) von -12 db als akzeptabel
angesehen, ich selber besitze CDs (z.B. Morrissey - You Are The
Quarry [2004]), die für einen längeren Zeitraum bis
-3.5 db hoch gehen, demnach aus meiner Sicht murks sind. Ich werde
das gleich an ein paar visuellen Beispielen verdeutlichen, vorher
möchte ich jedoch die wirkungsweise beider Geräte in
den Grundzügen erklären:
Ein Kompressor schränkt die Dynamik
ein, indem laute Stellen heruntergepegelt werden. Die leisen Passagen
bleiben dabei gleichzeitig vollkommen unebrührt. Somit verändert
sich das Verhältnis bzw. der Abstand von leisen zu lauten
Stellen, es nimmt ab. Wird die lauteste Stelle z.B. um 3 db abgesenkt,
wurde auch der Abstand von leisen zu lauten Stellen um 3 db verringert.
Nun wird der Song wieder um den herabgesenkten Betrag insgesamt
angehoben. Die lauten Stellen sind nach wie vor um 3 db gesenkt,
die leisen haben sich durch die Anhebung des Pegels nun um 3 db
erhöht. Wem diese einfache Erklärung des Kompressorprinzips
nicht ausreicht, kann
hier
mehr darüber nachlesen. Ergebnis ist die Verringerung der
Dynamik und eine subjektiv angenehmere Wahrnehmung des Liedes
sowie eine höhere Durchschnittslautstärke. Der Einsatz
von Kompressoren ist allerdings keineswegs zu verteufeln, denn
in Maßen eingesetzt, sind sie ein gestalterisches Mittel
in der Musik. Ihr Einsatz sollte daher nicht überzogen werden.
Das Prinzip von Limitern ist einfacher
als das von Kompressoren zu verstehen. Ab einer beliebig festgelegten
Grenze wird das Audiomaterial einfach abgeschnitten. Sagen wir,
um im Bsp. zu bleiben, dass wir bei -3 db die Spitzen abschnibbeln.
Es fehlt nun Audiomaterial und der Song ist um 3 db leiser gemacht
worden. Jetzt wird er wieder im 3 db angehoben, mit dem Ergebnis,
dass der gesamte Song um 3 db lauter geworden ist. Die Dynamik
wird auch hier eingeschränkt, da es nun weniger leise und
viel mehr laute Passagen gibt (die Durchschnittslautstärke
wurde um 3 db erhöht). Ein weiteres Ergebnis - und hier sind
wir wieder bei Thema - ist eine subjektiv erlebte größere
Lautstärke, die sich auf billigen Abspielanlagen hervorragend
macht, ohne dass die Lautstärke am Abspielgerät erhöht
werden musste. Des Weiteren fehlt Audiomaterial, das zu Gunsten
einer möglichst hohen Durchschnittslautstärke resp.
niedrigen Dynamik, bewusst geopfert wurde.
Beide Methoden lassen sich miteinander kombinieren und in
ihrer vollkommen überzogenen Anwendung, werden
möglichst laut klingende CDs hervorgebracht. Jedoch dies
auf Kosten der Dynamik der Songs. Der Käufer erhält
teilweise eine CD, die klanglichen Ansprüchen nicht mehr
gerecht wird. Ferner kann Lautstärke auch ganz simpel erzeugt
werden, man müsste nur am Drehregler seines Abspielgerätes
etwas verändern. Aber in Zeiten von MP3, Küchenradios
und Billig-Anlagen, wäre das eine Zumutung ... Ich möchte
allerdings nicht verheimlichen, dass laute CDs durchaus in einigen
Bereichen ihren Sinn machen. So besitzen z.B. MP3/CD Player und
kleinere Radios keine große Verstärkereinheit. Laut
aufgenommene Songs klingen hier deshalb besser. Es würde
daher Sinn machen, Songs für die verschiedenen Einsatzgebiete
unterschiedlich abzumischen. Also möglichst laute für
Videoclips (--> Fernsehlautsprecher), MP3 Player und welche
mit goßer Dynamik für die Anlage zu Hause und natürlich
für mein Wohlbefinden.
zum
Anfang
Zuerst möchte ich etwas polarisieren, indem ich zwei unterschiedliche
Songs miteinander vergleiche. Der erste stammt von Joe Jackson
aus den 80er Jahren namens "You Can't Get What
You Want", kann unter Pop & Jazz eingeordnet werden,
und der zweite ist "Diesel Power" von The Prodigy aus
1997, das Genre ist purer Big Beat/Dancefloor. Ersteren habe ich
ausgesucht, weil er nach Bob Katz [8] auf dem gleichen durchschnittlichen
Lautstärkelevel liegt, wie der Standard für Filmvertonung
im THX System und daher sehr viel Dynamik besitzt und zudem ehrt
er zufällig meine CD Sammlung.. Über das gesamte Album
von Joe Jackson titelt Bob Katz:
 |
>>Body and
Soul - Joe Jackson
Mastered by Bernie Grundman. Engineered by Rik Pekkonen. The
slightly harsh high end reflects synthesizers and A/Ds of
the period, but the sound is open and marvelous. It’s
moderately compressed at the top for effect, with great dynamic
range. A&M Records, CD-3286, ©1984.<< [8]
Die RMS liegt insgesamt bei -19,91, was obige Aussage über
die Dynamik unterstreicht. Wenn man auf die Grafik klickt
und sich die Vergößerung anschaut, sieht man,
wie stark am Anfang der Grafik die Bassdrum ausschlägt
und im Vergleich dazu die darauf folgenden Sounds bis zum
nächsten Schlag niedrig sind. Der Klang ist transparent
und "luftig", die Bassdrum "kickt" und
die Bläsergruppen akzentuieren. In der Tat: ein wunderbares
Klangerlebnis.
Generell bedeutet in der Grafik ein höherer Ausschlag
zugleich eine größere Lautstärke. Dies sind
meistens vor allem perkussive Klänge, z.B. eine Bassdrum,
die am Anfang sehr laut sind und danach ausklingen.
|
 |
Ganz anders verhält es sich bei Diesel Power von The
Prodigy. Die Analyse der RMS ergibt -8,65 und stellt damit
die traurige Bestmarke in meiner CD Sammlung dar. Der Klang
ist gequetscht und drehe ich meine Anlage in ihrer Lautstärke
etwas auf, höre ich nur noch Verzerrtes. So sollte
es natürlich nicht sein ! In der Vergößerung
der Grafik erkennt man dies an den abgeschnittenen Spitzen
der Ausschläge (massives limiting) und dem sehr geringen
Verhältnis von leisen zu lauten Stellen. Dies kann
in der Grafik daran abgelesen werden, dass es wenig prägnante
Ausschläge gibt und stattdessen ein Großteil
des Klangmaterials sich auf gleichem Lautstärkelevel
bewegt.
|
Ich würde an diesem Punkt gerne Soundbeispiele anbieten,
muss aber leider wegen des Urheberrechts darauf verzichten. Und
natürlich kann man einen Pop/Jazz Song nicht mit einem aus
dem Bereich BigBeat vergleichen, weil letzteres"bangen"
soll und ersteres gut klingen. Just in diesem Dilemma erreichte
mich heute morgen (13.08.2004) während des morgendlichen
Frühstücks ein Geistesblitz: In meiner CD Sammlung befindet
sich der Namensgeber dieser Homepage in verschiedenen Versionen
und auf einem Ibiza Sampler klingt mein Hypnotic Harmony mehr
als nur grausam - also fluchs eine vergleichende Analyse gestartet
und siehe da !
 |
Diese Grafik ist
ein Ausschnitt aus Progressive Attack's Hypnotic Harmony
Part II von 1993. Meines Wissens nach so nur auf CD in der
vergriffenen Harthouse
Box 1 - 4 von 1998 zu finden. Der Peak lag bei -1,9
db, weswegen ich den Song erst einmal auf 0 db normalisierte.
Die globale Analyse ergab danach eine RMS von -14,13 db
und somit entspricht die Aufnahme ungefähr dem Zeitgeist
von 1993:
Die Bassdrum "kickt" ordentlich, der orgealartige
Bass spielt luftig und insgesamt besitzt die Aufnahme eine
wunderbare Transparenz und Dynamik. So soll es sein !
|
 |
Aber was ist hier geschehen ? Die Grafik zeigt die Misere
schon: eine überaus schlecht klingende und vollkommen
zerstörte Aufnahme, die ich auf einem Ibiza
Classix Sampler fand. Liebe Leser, es handelt sich um
den gleichen Song. Aber schaut nur mal auf die Pegelspitzen
! Einfach abgesägt und mit was für einer Wucht.
Bei dieser Aufnahme handelt es sich um den re-Release von
Hypnotic Harmony aus dem Jahr 1999. Die Originalversion
besteht aus 2 Teilen, einem ambientmässigen Intro ohne
Rhythmussektion und dann dem eigentlichen Techno Song. Im
re-Release verschmolz beides und der Techno Teil wurde um
eine Minute gekürzt, was sich insgesamt Hypnotic Harmony
99 nennt.
Zum Vergleich habe ich zwei gleiche, prägnante Stellen
in den Songs gesucht. Die vor euch liegenden Grafiken zeigen
also den gleichen Ausschnitt der jeweiligen Songversion.
Nur, bei diesem liegt die RMS bei -8,00 (natürlich
habe ich diese Version um den leiseren Ambientteil bereinigt)
und ist somit mein neues, trauriges Schlusslicht im Loudness
Race. The Prodigy wurden entthront ! Klanglich ist diese
Aufnahme wirklich grausam. Die Bassdrum hat keine Luft und
wirkt platt und gequetscht. Der Orgelbass hört sich
lieblos und verzerrt an, besonders wenn die Flächen
einsetzen. Von Transparenz und Dynamik ist nichts mehr zu
spüren. Eines meiner absoluten Lieblingslieder hat
auf diesem Sampler sein Leben verwirkt, es klingt blass
und leblos, auf diesem Sampler so ein langweiliges und totes
Lied. Eingehender kann wirklich nicht aufgezeigt werden,
was das Loudness Race aus einem der schönsten Techno
Songs machen kann ...
... oder das Dilemma eines Samplers, denn hier sollen möglichst
alle Songs auf einem gleichen Lautstärkelevel liegen.
Und ist ein Song besonders laut, sind die anderen anzupassen.
Tip für eigene Sampler: leisere Songs
an den Anfang stellen und lautere ans Ende. Denn so gewöhnt
sich unser Gehör nicht erst an eine bestimmte Lautstärke
und runter regeln kann man sie bei lauteren Songs immer
noch. Man schränkt sich hier natürlich in der
Abfolge der Songs ein, aber glaubt mir, so lassen sich Sampler
wesentlich entspannter geniessen.
|
zum
Anfang
Dieses Beispiel eignet sich hervorragend, um mein Anliegen zu
verdeutlichen, denn beide Songs haben einen Lautheitsunterschied
von ca. 6db. Hypnotic Harmony 99 ist somit doppelt so laut wie
die 93er Version. Beide CDs in meine beiden DJ CD Decks reingeworfen,
das eine um 6db per Gain Regler geboostet und ein feiner A/B Vergleich
lässt sich vollziehen. Nun kann ich jedem, der mich besucht
und mich wegen meines Anliegens für durchgeknallt hält,
ohne grosse Erklärungen über einfaches hören auf
meine Seite bringen und mich rehabilitieren, sollte er mich für
durchgeknallt gehalten haben.
Ich möchte nun das Loudness Race an Hand eigener Soundbeispiele
verdeutlichen, sodass meine Argumentation mit eigenen Ohren nachvollzogen
werden kann. Dazu können 20 sekündige Beispiele im mp3
Format runtergeladen werden, die jeweils ca. 500 kb umfassen.
Ich habe eine hohe Auflösung gewählt, um Klangverzerrungen
wegen der Konvertierung zu vermeiden. Als Limiter dient der Voxengo
Elephant Version 2.1, dem ein neutraler Sound nachgesagt wird
und der als Demo Version erhältlich ist, sodass meine Experimente
nachgeprüft werden können. Einstellung für das
Limiting war das Preset "EL Two" mit "limiting
speed = fast". Mein Ausgangsbeispiel stammt aus der eigenen
Kreation und sollte als nichts anderes als "ein Beispiel"
angesehen werden. Es wurde direkt ohne große Komprimierung
aufgenommen und auf 0 db normalisiert. Anschliessend habe ich
den "Input Gain" im Limiter jeweils in 3 db Schritten
bis auf +18 db erhöht. Wie sehr der Klang leidet, kann an
den Soundbeispielen nachvollzogen werden. Um meine Argumenation
verfolgen zu können, dürfte es am Einfachsten sein,
wenn die Beispiele direkt auf den eigenen PC runter geladen werden
(rechte Maustaste auf dem Link benutzen !), sodass sie ausgiebig
miteinander verglichen werden können.
 |
Die Grafik zeigt
das Grundbeispiel unbearbeitet: die RMS liegt bei -16,13
und kennzeichnend ist, dass die Ausschläge der Bassdrum
sehr stark sind, während das restliche Soundmaterial
eher leise ist.
Soundbeispiel Grundbeispiel hier
Prägnant ist bei nach ca. 17 sek die Stelle wo zum
Schluss der Orgelbass auf der eins einsetzt. In der Grafik
ist das der zweite Ausschlag von links, denn sie zeigt insgeamt
neun Schläge (Viertelnoten). Wegen der Bassdrum und
des tiefen Orgelbasses wird er betont. Insgesamt kann diese
Aufnahme wegen ihrer hohen Dynamik (relativ niedrige RMS)
mit einer aus den 80er Jahren vergleichen werden.
|
 |
Schon beim Limiting mit 3 db Input Gain (=Erhöhung der Lautstärke
um 3db), wird an Hand der Grafik die Einschränkung
der Dynamik ersichtlich: schaue ich auf die Ausschläge
nach oben und unten, sind diese schon fast alle gleich hoch,
während sie im Ausgangsbeispiel unterschiedlich sind.
Dies zeigt ferner die Messung der RMS, die bei -13,38 liegt.
Soundbeispiel +3db limiting hier
Außer dass es etwas lauter klingt, scheint kaum etwas
passiert zu sein. Richten wir wieder unser Augenmerk auf
den zweiten Ausslag von links in der Grafik, der wiederum
bei ca. 17 sek. liegt, nun ist er weniger stark akzentuiert,
was deutlich hörbar ist. Nicht weiter schlimm, allerdings
bereits eine Auswirkung des Limitings.
|
zum
Anfang
 |
Führen wird ein Limiting mit + 6db Input Gain durch, ergeben sich erste
wirklich signifikante Unterschiede. Das Soundbeispiel ist
merklich lauter, was ebenfalls die Grafik verdeutlicht,
denn das Verhältnis zwischen den Ausschlägen und
dem Rest wurde stark verringert. Die Analyse der RMS unterstreicht
dies, denn sie liegt nun bei -11,56 und damit in einer Größenordnung
die ich gerade noch als tolerierbar ansehe. Einige Leser
werden sich fragen, warum in dem Beispiel die Lautstärke
um 6db angehoben wurde und sich dies nicht vollständig
auf die RMS ausgewirkt hat, denn eigentlich müsste
sie bei -16,13 + 6 db = -10,13 liegen. Tut sie aber nicht
! Ich möchte an dieser Stelle nicht die komplette Arbeitsweise
von Limitern erklären, aber es liegt an den Einstellungen
im Limiter, die nicht alles statisch um 6db abrasieren.
Wer sich dafür weitergehend interessiert, kann sich
hier
und hier
schlau machen.
Soundbeispiel +6db limiting hier
Dieses Beispiel kann mit einer gängigen CD Aufnahme
Anfang der 90er Jahre verglichen werden. Bob Katz schreibt
z.B. über das Debut Album von Rage Against The Machine:
>>Rage Against the Machine
Mastered by Bob Ludwig. Engineered by Andy Wallace. A heavy
metal album that is not squashed, but amazingly loud on
an absolute basis. Good dynamics, clean--let’s roll
back the clock! How far we have come to have lost this sound
quality! Epic, 2k 52959, ©1992.<< [8]
|
Nur der Vollständigkeit halber möchte ich auf das Limiting
mit plus 9 und 15 db eingehen, da sie keine weiteren für
die Untersuchung wichtigen Erkenntnisse liefern.
Soundbeispiel +9db limiting hier
(RMS von -9,98)
Soundbeispiel +15db limiting hier
(RMS von -7,38)
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Wichtiger und unserem Ziel sehr nah, ist das Limiting mit plus 12db, denn das
Beispiel besitzt nun eine RMS von -8,50 die der von The
Prodigy's Diesel Power sehr nahe kommt. Das Beispiel ist
nun hörbar knapp mehr als zwei mal so laut wie das
Ausgangsbeispiel und die Grafik zeigt, dass keine signifikanten
Unterschiede zwischen den einzelnen Ausschlägen bestehen.
Der Dynamikumfang wurde erheblich eingeschränkt.
Soundbeispiel +12db limiting hier
Verglichen mit dem Ausgangsbeispiel klingt es vor allem
zum Ende hin verzerrt und gequetscht. Sämtliche Transparenz
ist verloren gegangen und es klingt für meine Ohren
"langweilig". Insgesamt wurden 7,63 db (16,13
- 8,50 db) an Lautstärke gewonnen und um den Unterschied
zu merken, bringe man das Ausgangsbeispiel auf eine vergleichende
Lautstärke zum Beispiel mit plus 12db limiting, indem
man seinen Verstärker oder auch die Soundkarte um ca.
250% in der Lautstärke erhöht. Ah, nun meine Intention
verstanden ? Der klangliche Unterschied sollte jedem ersichtlich
sein. Und um meiner Argumentation vollkommen folgen zu können,
nehme man das Beispiel mit den plus 6db Limiting und vergleiche
es mit dem Ausgangsbeispiel, indem der Verstärker oder
der Ausgangspegel der Soundkarte um ca. 100% erhöht
wird (hier wurden 4,57 db an Lautsträke gewonnen).
Einfacher geht der Vergleich, wenn der Verstärker oder
das Abspielproggi des Computers eine Lautstärkeskala
in db besitzen, denn dann muss man lediglich den einen Song
entweder um 7,6 db absenken bzw. um 7,6 db erhöhen.
Selbst bei Zimmerlautstärke sind die Unterschiede hörbar,
bei höherer Lautstärke sollten es selbst ungeübte
Ohren hören können.
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Um zu zeigen, wohin das Loudnessrace führen kann, habe ich ein vollkommen
krankes Beispiel generiert, in dem der Input Gain des Limiters
um plus 18db erhöht wurde. Die Grafik ist jetzt fast
nur ein Rechteck, was grafisch verdeutlicht, weswegen das
Beispiel sehr stark verzerrt und gequetscht klingt und eine
RMS von -6,84 ist mehr als eindeutig.
Soundbeispiel +18 db limiting hier
Möchte einer von Euch solch eine klingende CD erwerben
? Ich nicht. An dieser Stelle ist wieder der Vergleich "Essen"
angebracht. Man denke sich ein schönes, argentinisches
Rinderfilet. Ein feines Stück Fleisch. Am Besten schmeckt
es, wenn es schön saftig und zart ist, außen
cross angebraten und innen saftig-weich. Was passiert, wenn
es zu lange und in zu heisser Pfanne liegt ? Es wird zäh,
schmeckt fade und lässt sich nur noch mit Mühe
in kleine Stücke schneiden. Kurz: es schmeckt nicht
mehr, seine Konsistenz wurde durch falsche Zubereitung zerstört.
Und anders verhält es sich nicht mit Songs, die eine
zu hohe Durchschnittslautstärke (RMS) besitzen, wie
ich argumentiere mehr als -12,0 db.
Ich hoffe daher, dass ich Euch nun für diese Thematik
sensibilisieren konnte. So aufgenommene CDs können
nicht zurück geführt werden, weil einmal im Masteringprozess
durch Limiting weg geworfene Audiodaten unwiederbringlich
verloren sind. Somit sind solche CDs Schrott und des Mediums
CD nicht wert. Meine Beispiele sprechen für
sich und das Loudnessrace sollte daher beendet und stattdessen
wieder CDs mit einer wunderbaren großen dynamischen
Bandbreite produziert werden.
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Anmerkung: aufgrund der
logarithmischen dezibel (db) Skala, verdoppelt sich die Lautstärke
bei allen 6 db. Eine Erhöhung um 6 db wäre doppelt so
laut (200%), 12 db 4 mal so laut (400%), 18 db 8 mal so laut (800%)
usw. [9]. Das von mir dargebotene Beispiel
ist wirklich rudimentär, weil Mastering in Bezug auf das
Loudnessrace nicht nur im Limiting besteht. Trotzdem verdeutlicht
es prägnant die klanglichen Einbußen.
zum
Anfang
6. Fazit
Ich bin weder ein Toningenieur noch ein ausgewiesener Kenner
der Musikindustrie. Ich habe hier lediglich meine subjektiven
Eindrücke wieder gegeben, die diskussionswürdig sind.
Den Technikteil habe ich unter dem Gesichtspunkt der Verständlichkeit
stark vereinfacht, für Interessenten stehen am Ende meiner
Ausführungen noch ein paar weiterführende Links. Obwohl
ich nur Hobbymusiker bin, scheinen meine Ohren doch zu wissen,
wie eine "gute" CD unter Aufnahmegesichtspunkten zu
klingen hat, denn ich stehe im Vergleich der RMS mit den Werten
von LoudnessRace
im Einklang, wo eine RMS -12,0 als akzeptabel angesehen wird.
Dies sollte gleichzeitig ein Aufruf an Zweifler und Kritiker sein,
sich mit der Thematik zu beschäftigen und vor allem intensiv
CDs zu hören, insbesondere einen Vergleich von CDs aus den
80ern/Anfang 1990 und welchen ab 1997 ! In meinen
allgemeinen Ausführungen zur Musik, habe ich einen Vergleich
zu Restaurants und Köchen vollzogen. Um im Beispiel zu bleiben:
eine versalzene Suppe dürfte jeder von Euch erkennen und
sie im Restaurant zurück gehen lassen. Aber wie sieht es
bei CDs aus ? Verloren gegangene Daten = CDs mit hoher Durchschnittslautstärke
und geringer Dynamik, sind nicht wiederherstellbar. Und dafür
soll man dann 15 bis 17 € pro Einzel Album blechen ?
Insgesamt erblicke ich einen Trend bei den Majors, der mir als
Konsument weiterhin keine anspruchsvollen Musikprodukte liefern
wird. Es wird eindeutig am Kunden vorbei produziert und dann auch
noch gejammert, wenn die Umsätze einbrechen. Das dies auch
anders geht, zeigen Märkte wie die USA, wo schon immer mehr
Alben als Singles verkauft wurden oder Frankreich.
Ich fische daher seit einigen Jahren in den Nischen und vor allem
bei den kleineren Labels herum. Die haben anscheinend die Zeichen
der Zeit erkannt und können schneller auf Marktveränderungen
reagieren, wobei sie leider ebenfalls dem Trend nach möglichst
lauten CDs unterliegen. Da deren CDs im Handel meistens eh kaum
in den Auslagen präsent sind, saugt man sich die Tracks und
kann sie sich zu Hause in Ruhe anhören. Und dann fällt
die Entscheidung ob Kauf oder nicht. Ich finde daran nichts Verwerfliches,
auch wenn das gegen EU Urheberecht verstösst. Letztlich möchte
ich eine mir genehme CD zu einem Preis erwerben, der mir zusagt.
Wie ich ausführlich dargelegt habe, scheuen die Major Label
nicht den Kunden genau daran zu hindern. Aus meiner Sicht mehr
als nur paradox.
weiterführende Links zur Thematik Limiting/Kompression/dem
Wettrennen nach "hot" CDs:
Aufruf
zur Eindämmung des LoudnessRace
Artikel
des ProRec Magazins
Referenz
CDs von Digital Domain
über
Kompression, Digtal Domain
über
Lautstärke Teil 1, Digtal Domain
über
Lautstärke Teil 2, Digtal Domain Insbesondere wird hier die
Thematik der übersteuerten CDs angesprochenen.
Anmerkung zu den Links: der Autor der Seiten von Digital Domain,
Bob Katz, ist ein ausgesprochener Fachmann. Dort ist viel Fachchinesisch
zu finden und auch ich verstehe nicht alles, kann die Grundzüge
der Technik und der Argumentationsweise allerdings auf Grund meines
Musik-Hobbies nachvollziehen. Falls diesbezüglich Fragen
bestehen, darf man
mich gerne löchern.
zum
Anfang
Anmerkungen zur Messung der
Lautstärke
Die Lautstärke wird allgemein in Decibel "dB"
gemessen. Allerdings gibt es hier unterschiedliche Normierungen,
weswegen die Bezeichung "dB" ungenau ist. Geht es um
Lautstärke in Bezug auf unser Gehör, wird von Sound
Pressure Level (=Druck auf unser Gehör im Sinne von Klang
als umgesetzte Energie) gesprochen, was zur Bezeichnung "dBSPL"
führt. In einer digitalen Umgebung spricht man von "dBFS",
wobei "FS" für full scale steht. Die Null ist die
technische Maximum-Lautstärke, weil darüber digital
nicht aufgenommen werden kann bzw. alles was lauter als 0 dBFS
ist, abgeschnitten wird. Das Minimum sind in einer 16 bit Umgebung
-96 dBFS. Ein 20 bit Digitalsystem hätte einen Dynamikumfang
von 120 dBFS und ein 24 bit System von 144 dBFS.
Die Messung der RMS (Durchschnittslautstärke) erfolgte mit
dem Programm WaveLab von Steinberg. Die oben von mir ermittelten
Werte basieren auf der globalen Anaylse WaveLabs. Leider sagt
eine globale RMS in vielen Fällen wenig aus, denn einige
Songs haben nur sehr laute Passagen über einige Sekunden,
die sich in der gesamten RMS eines Songs deshalb wenig einbringen,
aber trotzdem schlecht klingen und die Aufnahme zerstören.
Quellenangabe:
[1]: http://www.welt.de/data/2004/03/06/247254.html
(12.08.2004)
[2]: http://www.ifpi.de/jb/2004/musikkopien.pdf
(12.08.2004)
[3]: http://www.ifpi.de/html/radio.shtml
(12.08.2004)
[4]: Kostenlose Onlineausgabe von Röttgers, Janko: Mix,
burn & R.I.P. (2004), Seite 117, http://www.mixburnrip.de/download.php
(12.08.2004)
[5]: http://www.savemusic.de/forum/viewtopic.php?t=913
(12.08.2004)
[6]: http://www.savemusic.de/worumgehtes.php
(12.08.2004)
[7]: http://www.savemusic.de/worumgehtes.php
und auch [4], S. 116 ff. (12.08.2004)
[8]: http://www.digido.com/portal/pmodule_id=11/pmdmode=fullscreen/pageadder_page_id=93/
(12.08.2004)
[9]: http://www.prorec.com/prorec/articles.nsf/articles/3F50D03B51D16EF386256904007DFFC0
(12.08.2004)
zum
Anfang
Stand: 17.08.2004 [Ausmerzen einiger Tippfehler - nun bin ich
fast zufrieden mit meinen Ausführungen]