Für Jeden Musikliebhaber Ein Schlag Ins
Gesicht
Hier geht es ganz eindeutig um meine Meinung bzgl. der ganzen Misere der Musikindustrie. Inzwischen kann man in diversen Printmedien, Internetforen, professionellen Audio-Studios und selbst bei Wikipedia viel über dieses Thema lesen. Hier nun meine ganz eigene Sichtweise:
Die
Krise
Das
Paradoxon
Auswege
Klanglich
miserable CDs oder auch das Loudnessrace
Die Krise
Seitdem ich meinen ersten Kassettenrekorder zu Weihnachten 1982
bekommen hatte, bin ich der Musik verfallen. Jeden Sonntag morgen
ward auf NDR 2 die Hitparade mitgeschnitten, woraus bei mir eine
ungeheure Liebe zur Wave Musik der 80er Jahre resultiert. Damals
kamen mir die Charts Sendungen recht vielfältig vor und selbst
Video Sendungen wie Formel 1, brachten immer Kurioses und Unbekanntes.
Somit waren neben meinem älteren Bruder und Freuden diese
beiden Medien meine Hauptinformationsquellen. Sie prägten
mich !
Doch was stelle ich nun fest ? Radioprogramme sind mehr oder
weniger gleich langweilig, überall wird wegen der Maximierung
der Werbeeinnahmen nur noch solche Musik gespielt, bei denen der
Hörer nicht gleich wegschaltet und so Werbebotschaften platziert
werden können. Musikredaktionelle Arbeit findet nicht mehr
statt, es wird lediglich die Massenmeinung respektive der Durchnschnittsgeschmack
übernommen, denn es wird sich an den Charts orientiert.
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Bis auf wenige Ausnahmen, orientieren sich Radiostationen
am Massengeschmack. Und wie sieht es mit Musik TV aus ? Kaum besser.
Ich für mich kann behaupten noch den Sender "Deutsche
Musikbox", später Tele 5, erlebt zu haben. Ein feiner
Sender mit vielen Spartenprogrammen, der ab 1986 innerhalb eines
Jahres mein Wissen über Musik ins unermessliche katapultierte
und mir sogar den Heavy Metal näher brachte. So wird mir z.B.
das live Video von Metallica's Seek & Destroy unvergessen bleiben.
Undenkbar, dass solche aus dem Rahmen fallende Musikvideos heute
überhaupt noch gespielt werden. Schauen wir uns VIVA und MTV
an, so wird immer weniger Musik, aber dafür mehr Trash TV gezeigt.
Man hat mich eines weiteren Mediums beraubt. Sendungen wie Housefrau
auf VIVA oder eine genial Independent Sendung auf MTV, deren Namen
mir leider entfallen ist, ward der Garaus gemacht, da wohl nicht
massenkompatibel. Schade. Wieder wurde Qualität zu ungunsten
von Quantität und Massenkonformität geopfert.
Das Paradoxon
Als Folge wandte ich mich mehr der Clubmusik zu, die Anfang der
90er aufkam und auf Vinyl-Kleinserien-Pressungen basierte. Musik
für Freaks zum Abfeiern. Kein Kommerz, sondern der Gedanke
des Spasshabens, ich will sogar soweit gehen, dass die Musik im
Vordergrund stand. Diese Revolution fand im Kreis der elektronischen
Musik statt und war ferner Ausdruck der frühen Loveparades,
bis auch diese vom Kommerz eingeholt wurden.
Mir geht es um die Musik an sich. Ich habe hier
ein Plädoyer für Qualität gehalten. Und ich möchte
an das Beispiel des kulinarischen Geschmacks anknüpfen: wer
gut kochen möchte, muss wissen wie etwas zu schmecken hat.
Eine Vergleichsbasis muss her, um beurteilen zu können, was
gut bzw. was weniger gut ist. Eine solche Basis ist natürlich
relativ, jedoch ist eine Orientierung am Durchschnittsgeschmack
schon alleine aus mathematischen Gründen wenig vorteilhaft,
denn es ist die Schnittmenge aus allen schlechten und guten Dingen. Somit stellt sich die Frage, an wen bzw. woran sich hinsichtlich
der Qualität orientiert werden kann. Für mich ist dies
ein Wachstumsprozess, den jeder Mensch durchlaufen sollte. Motor
dieses Prozesses ist die Neugierde, das Interesse für etwas.
Dies bedeutet jedoch, dass etwas zu investieren ist, wenn eine eigene
Meinung gebildet werden soll. Bezogen auf Musik, meinen viele Menschen
den ultimativen Geschmack zu besitzen, aber haben nichts investiert,
weil sie sich lediglich daran orientieren, was ihnen von Außen vorgegeben wird. Solche Menschen
werden nie und nimmer zu einer eigenen Meinung kommen. Sie kauen
nur das wieder, was ihnen vorgegeben worden ist. Finde ich irgendwie paradox.
Auswege
Nichtsdesto trotz gibt es sehr viel gute Musik, die den Weg leider
nicht in die Öffentlichkeit findet. Manchmal denke ich, dass
ist gut so, denn so bleibt sie der Masse verborgen und ich kann
diesen Schatz für mich alleine hüten. Nur wo kann man
solche Musik finden ? Neben live Konzerten sind es Clubs, in denen
die DJs Freiheiten besitzen, also das spielen dürfen, was ihrer
Meinung nacht "gut" ist. Gerade das Internet bietet
eine Fülle von Informationsmöglichkeiten. DJ Mixe oder
Live-Mitschnitte von Konzerten sind legal als Download verfügbar (s. z.B. meine links in der Box).
Man kann ferner an Diskussionen in den unterschiedlichsten Musikforen
teilnehmen ... Des Weiteren bietet das Netz für den Musik-Vertrieb
ein sehr günstige Basis. Während früher die Veröffentlichung
von Musik hauptsächlich über Labels geschah, kann nun
jeder dies über seine Homepage oder spezielle Musikportale
machen. Damit bietet das Netz eine unendliche Fülle. Man muss
es nur zu nutzen wissen und natürlich Zeit für Recherche
und das Hören investieren. Youtoube und Konsorten machen es vor. Für mich ist dies die Zukunft des Musik Vertriebs und auch
die einzige Chance auf mehr Qualität. Ferner gilt ganz eindeutig: die Masse links liegen lassen und Musik dort kaufen, wo es sich lohnt und sie geliebt wird, sodass Gutes unterstützt wird und Schlechtes nicht.
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Klanglich
miserable CDs ...
... oder wie das Loudnessrace seit Mitte der 90er Jahre dazu führte, dass inzwischen wieder dem guten, alten Vinyl der Vorzug vor aktuellen CD Produktionen zu geben ist. Ich möchte auf diesen Punkt gesondert eingehen, weil er inzwischen ein Steckenpferd von mir ist und ich versuche, wo immer ich kann, Aufklärung zu betreiben. Als ich meine Homepage 2004 ins Leben gerufen habe, war über diese Thematik nur vereinzelt und wenig zu lesen. Inzwischen sind meine damaligen Ausführugen von der Presse und vor allem von Wikipedia (Loudness war) überollt worden. So ist wohl der Lauf der Dinge im Netz. Fakt ist auf jeden Fall, dass die meisten aktuellen CDs von der Aufnahme her gesehen schlecht klingen und dies ist so von der Musikindustrie gewollt.
Ich sprach von der Investition für die Bildung einer eigenen
Meinung. Richtiges Hören ist ebenfalls ein wichtiger Faktor.
Es ist besonders traurig, dass seit Mitte der 90er Jahre in vielen
Aufnahmen, die technischen Möglichkeiten einer CD bewusst
vernachlässigt werden und Musik zu laut aufgenommen wird,
damit sie bei Zimmerlautstärke und ungünstigen Abspielumgebungen (Küchenradio, Auto usw.) besser klingt. Unser Ohr ist ein sensibles Organ und nimmt laute Musik
gegenüber leiser als angenehmer wahr. Mit dieser Erkenntnis
wundert es nicht, dass dies von der Musikindustrie genutzt
wird. Musik wird heute teilweise sehr viel über technisch
minderwertige Musikanlagen und Lautsprecher gehört. Musikalische
Feinheiten fallen dann mehr oder weniger nicht ins Gewicht und
da ein Song im Monoküchenradio wie auch im Videoclip flashen
soll, versucht man ihn möglichst "laut" zu produzieren,
denn: lautere Musik wird als angenehmer (=besser)
vom menschlichen Gehör wahrgenommen.

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Mir als Kind der 80er Jahre wurde die CD gegenüber der Platte
mit der verbesserten Klangqualität schmackhaft gemacht -
vor allem für Klassische Musik eigne sie sich besonders ...
Warum ? Eine CD weist gegenüber einer Platte eine höhere
Dynamik auf. Eine CD hat als Höchstwert 96 Dezibel (db) und eine Platte rangiert
von der technisch möglichen Dynamik bei ungefähr 50
bis 60 db. Dynamik kann verschieden interpretiert werden. In der
Musik bedeutet sie allgemein keine statische Spielweise von Instrumenten.
Z.B. Noten betonen, mal lauter, mal leiser ein Instrument spielen,
Pausen einlegen usw. . Technisch gesehen
wird darunter die Spanne zwischen der leisesten Stelle (z.B. Null)
und der lautesten verstanden (z.B. 96 db bei einer CD). So steht
bei einer CD für Musik, die eine hohe Dynamik aufweist (Klassik
!), technisch gesehen mehr Ausdrucksmöglichkeit bei der Aufnahme
und deren Abspielen zur Verfügung als bei der Platte. Ich
möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies technische
Werte sind, die in der Praxis kaum ausgereizt werden, denn so
müssen sehr leise Passagen z.B. mit der Umgebungslautstärke
konkurrieren, weswegen die Dynamik eingeschränkt wird: Würde
man die Lautstärke am Abspielgerät bei einer Aufnahme
mit maximaler Dynamik so laut aufdrehen bis die leisen Passagen
die Umgebungslautstärke übertrumpfen, würden einem
die lauten mit Sicherheit die Nachbarn an die Tür holen. Insofern wird die dynamische Bandbreite einer CD nicht ausgenutzt.
Nun mischen wir das Wissen über unser Gehör mit dem Segen der Digitaltechnik
und dem Marketing der Major Labels ... Bingo ! Die Möglichkeiten
einer CD bzgl. ihrer Dynamik wird bewusst eingeschränkt,
damit sie möglichst laut und "besser" im Vergleich
zu weniger in ihrer Dynamik eingeschränkten CDs klingt. Das
geht teilweise soweit, dass dadurch massiv die Klanqualität
von Songs leidet. Kennzeichen:
der Klang scheppert oder ist verzerrt, wenn solche CDs lauter
abgespielt werden und wer ein Level Meter sein Eigen nennt, sieht
meist eine "stehende" Anzeige. Fatal ist, dass gerade
jüngere Generationen mit einem solchen Sound aufwachsen
und CDs, deren Dynamik intakt ist, kaum noch kennen. Für mich ist der Klang eines Tonträgers mit ein Kauf- und Hörkriterium. Ich sprach bereits mehrfach von der eigenen Meinung bilden ... wie soll man dies adäquat tun können, wenn um einen herum nur Müll zu finden ist ?
Ein Tonträger ist der eine Punkt. Der andere ist ein passables Abspielgerät. Hierzu könnte ich mich noch einige Seiten zu auslassen, jedoch möchte ich es kurz machen. iPods, PC Boxen usw. sind natürlich kein geeigntes Abspielmedium. Ebensowenig muss man sich kein sündhaftteures, "amtliches" Hi-Fi Equipment zulegen. Ein auf sich abgestimmte Anlage nebst guten Boxen (meistens das schwächste Glied einer Anlage) reicht vollkommen aus. Hier halte ich es mit Hi-Fi Aktiv (in überaus lesenswerter link, der einem hilft, sich in dem Djungel zurecht zu finden). Sprich, vor allem gute Boxen, die aus meiner Erfahrung heraus zur Zimmergröße passen sollten. Also bitte keine 2x1m Standboxen in ein 10m² Zimmer.
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Stand: 18.04.2008
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