Anthony Pappa - Balance 006 Sampler (2004)

Diesen Sampler habe ich das erste mal im Internetradio Digitally Imported auf dem Progressive Techno Kanal gehört und habe gleich Feuer gefangen, steht der Australier Anthony Pappa doch für eine gute Songauswahl und feine Übergänge. Die erste CD widmet sich Progressive House Songs mit Breakbeats, wie sie immer mehr im kommen sind. Bei um die 125 BPM dudelt die erste CD fein vor sich hin. Der Sound ist aus einem Guß, jedoch fehlen mir die richtigen Knaller, die mich ausrasten lassen. Erwähnenswert wegen der schönen Frauen Stimme, finde ich Michael Lanning feat. Charity Havens mit Bound For Ascension. Ferner klingt der Chris Salt Mix von Main Element's Delta Of Venus sehr interessant, auch wenn er im Vergleich zum hervorragenden Original für meine Ohren gewöhnungsbedürftig ist. Und Shiloh's Mana möchte ich noch hervorheben. Alles in Allem ein guter Mix, aber eben nicht herausragend. Als regelmässiger Oslo Nights Hörer, bin ich einen hohen Level gewohnt !

Die zweite CD ist lupenreiner Progressive House, wie man es von Pappa erwartet und spielt ebenfalls bei 125 BPM. Hier findet man die üblichen Verdächtigen der Progressive House Szene wie Rennie Pilgrim, Ozgur Can, Shpongle usw. wieder. Sie stellt somit eine Momentaufnahme durch die Brille Pappas des Frühjahrs 2004 dar. Ab der Hälfte der CD fängt Pappa mit Pig & Dan's Basement seine Kunstfertigkeit zu zeigen. Ein feiner House Track, dem das rhythmische Our Prediction von Moonface folgt. Und mit Deeper Inside von MCCP dreht er vollends zur Höchstleistung auf ! Nun gibt's kein Halten mehr - ein toller Mix. Was für ein hypnotischer House Beat, der mit schönen Delays gespickt ist. Alles was nun folgt ist erste Sahne: Musgroove & McGrath mit Freakout, insbesondere der Übergang von Cold Rush zu Atmospheric Graffity von Chris Salt. Werte Leser, genau das ist es, was diesen Musikstil auszeichnet. Gäbe es nur mehr davon: Housebeats mit abgedrehten Sounds und viel Delay. Leider passt das Schlusslicht von Sphongle nicht so ganz in den Mix rein. Aber was solls: 7 wirklich klasse Songs in einem Mix - das findet man nicht meh so häufig. Daumen hoch.

Einziger Wermutstropfen: unterm Kopfhörer entpuppte sich der Sampler als grauenhaft bezüglich des Loudnessraces. Mein Lieblingssong - Chris Salt's Atmospheric Graffity - hat eine durchschnittliche RMS von -8,49. Schade, denn wie würde dieser Sampler mit ansprechender Dynamik (um die - 13 RMS) klingen können ?

Discogs

12.02.2005